Seit fast 120 Jahren umrundet eine alte Schmalspurbahn namens Circumetnea den höchsten Vulkan Europas. Der Zug fährt durch einzigartige Lavalandschaften, verschiedene Vegetationszonen und durch zwei der wichtigsten Naturparks Italiens – immer das UNESCO Weltkulturerbe Ätna im Rücken. Dank des äußerst fruchtbaren Bodens rund um den Vulkan, konnte sich hier eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt entwickeln, die auch die Lebensweise der Menschen in der Region seit jeher geprägt hat.
Die Landschaft am Fuße des Ätna ist einzigartig. Zwischen schwarzen Steinen und Kaktusfeigen windet sich die Schmalspurbahn ihren Weg durch Steinwüsten, Waldgebiete und satte grüne Hügel. Infolge von Lavaeruptionen musste die Bahnstrecke im Laufe der Zeit oftmals umgebaut werden, 1981 das letzte Mal. Der 3352 Meter hohe Ätna ist der aktivste Vulkan Europas. Die meisten Eruptionen betreffen einzig die unmittelbare Umgebung des Kraters; sie stellen für Menschen und Tiere keine Bedrohung dar. Immer wieder jedoch kommt es zu heftigen Ausbrüchen, bei denen der Vulkan Aschewolken und Gesteinsbrocken kilometerweit in die Atmosphäre speit und Lavaströme sich den Weg ins Tal bahnen.
Nach der kompletten Stilllegung des ehemals ausgedehnten Bahnnetzes Siziliens ist die Circumetnea-Bahn die letzte verbliebene Schmalspurbahn auf der Insel. Wie der Name schon sagt, umrundet sie die Basis des Vulkans. Drei Stunden dauert eine Fahrt von Catania bis zur Endstation Riposto. Durch Lavafelder, die aussehen wie Mondlandschaften und an verlassenen Bahnhöfen vorbei windet sich der Zug auf 130 Kilometer seinen Weg bis zur Endstation am Ionischen Meer.
Ein Film von: Antonia Coenen
Kamera: Marco Carlone, Fridolin Schöpper
Schnitt: Tim Greiner
Idee: Marco Carlone